So rechnet der Netzkosten-Rechner
Diese Seite erklärt jeden Schritt der Berechnung. Alle Werte sind Schätzungen. Maßgeblich ist nur Ihre Rechnung.
1. Ihre Daten
Ihr Smart Meter misst den Verbrauch alle 15 Minuten. Das ist ein Viertelstundenwert in kWh.
Ein Jahr hat rund 35.000 solche Werte. Die App liest sie aus Ihrer CSV-Datei. Die Datei bleibt in Ihrem Browser.
Die App erkennt das Format selbst: Export von Wiener Netze, Österreich-Format (AT-Format) oder Lastprofil für den E-Control Tarifkalkulator. Sie erkennt auch die Einheit: Leistungswerte (kW) rechnet sie in Energie je Viertelstunde (kWh) um.
2. Die Monatsspitze
Ein Viertelstundenwert ist Energie (kWh). Für die Leistung (kW) multiplizieren wir mit 4. Denn eine Stunde hat vier Viertelstunden.
Beispiel: 0,9 kWh in einer Viertelstunde sind 3,6 kW.
Die Monatsspitze ist der höchste dieser Werte im Monat. Wir runden auf zwei Nachkommastellen. Jeder Monat beginnt wieder bei null.
Das ist die durchschnittliche Leistung über 15 Minuten, wie in der Verordnung (SNE-G-V § 2 Abs. 1 Z 17). Es gibt keinen Mittelwert über eine Stunde.
Für den Leistungspreis zählen mindestens 2 kW, auch wenn Ihre Spitze kleiner ist. Ausnahme: Jänner bis November 2027 (siehe Abschnitt 4).
Leistung (kW) = Viertelstundenwert (kWh) × 4
3. Der Tarif heute (2026)
Heute zahlen Haushalte für das Netz einen Arbeitspreis je kWh und eine feste Pauschale je Jahr. Die Spitze spielt keine Rolle.
Dazu kommen das Netzverlustentgelt je kWh und das Messentgelt je Monat.
Von April bis September gilt zwischen 10 und 16 Uhr ein billigerer Arbeitspreis (Sommer-Niedrigpreisfenster, minus 20 %). Die App berechnet das mit Ihren Viertelstundenwerten.
Die Preise für 2026 hängen vom Netzbereich ab. Quelle ist die SNE-V 2018 (BGBl. II Nr. 305/2025, § 5 Abs. 1 Z 6 und § 6). Das Messentgelt steht im Preisblatt des Netzbetreibers.
Die Werte von Wiener Netze haben wir Zeile für Zeile mit einer echten Jahresabrechnung geprüft. Die Netzkosten stimmen auf den Cent.
4. Der neue Tarif ab 2027
Ab 2027 gibt es einen Leistungspreis. Er ersetzt die Pauschale und das Messentgelt. Grundlage ist die SNE-G-V (BGBl. II Nr. 299/2026).
Sie zahlen jeden Monat für Ihre Monatsspitze. Der Preis ist in Euro je kW und Jahr angegeben. Pro Monat zahlen Sie ein Zwölftel davon.
Bis 10 kW gilt der normale Preis. Für jedes kW über 10 kW zahlen Sie den doppelten Preis.
Übergang Jänner bis November 2027: ein Preis je kW für die ganze Spitze, ohne 10-kW-Staffel und ohne Minimum von 2 kW (§ 6 Abs. 3a). Ab Dezember 2027 gilt die Staffel.
Der Arbeitspreis je kWh sinkt dafür. Ab 2029 soll das Verhältnis von Arbeitspreis zu Leistungspreis 50 : 50 sein.
Leistungspreis pro Monat = (min(Spitze, 10) × Preis bis 10 kW + max(Spitze − 10, 0) × Preis über 10 kW) ÷ 12
5. Ein Beispiel
Ihre Spitze im Jänner ist 4,4 kW. Der Preis ist 33,82 € je kW und Jahr (Endstufe ab 2029).
Rechnung: 4,4 × 33,82 € ÷ 12 = 12,40 € netto für Jänner.
Eine Wallbox lädt mit 11 kW. Dann ist die Spitze mindestens 11 kW: 10 × 33,82 € + 1 × 67,64 € = 405,84 € pro Jahr, also 33,82 € pro Monat.
Laden Sie langsamer (z. B. 3,7 kW), sinkt die Spitze. Dann sinken auch die Kosten.
6. Die Preise je Jahr
Die offiziellen Preise ab 2027 gibt es noch nicht. Sie kommen mit der SNE-T-V (erwartet im Dezember 2026).
Darum nutzen wir die Modellwerte der E-Control für 2027 (Anfangsstufe) und 2029 (Endstufe, laut E-Control ab 1. Jänner 2029). 2028 liegt genau dazwischen. 2030 bleibt auf der Endstufe.
Die Modellwerte gelten für ganz Österreich. Die offiziellen Preise Ihres Netzbetreibers können anders sein.
Das Netzverlustentgelt ändert sich nicht. Die App nimmt den Wert von 2026 Ihres Netzbereichs.
7. Energie, Abgaben und Steuern
Energie: Preis je kWh und Grundgebühr Ihres Lieferanten. Diese Werte geben Sie selbst ein. Tipp: Nehmen Sie den Preis von Ihrer Rechnung und ziehen Sie Rabatte ab.
Erneuerbaren-Förderbeitrag: 2026 ein fester Betrag. Er ist in ganz Österreich gleich (BGBl. II Nr. 301/2025). Ab 2027 nehmen wir einen festen Anteil an den Netzentgelten an. Der Anteil der Pauschale gilt dann für den Leistungspreis.
Örtliche Abgaben: In Wien gilt die Gebrauchsabgabe, 7 % auf Energie und Netzentgelte. In Salzburg gilt eine Gebrauchsabgabe je kWh, in Klagenfurt eine Benützungsabgabe je kWh. Die Tabelle in Abschnitt 3 zeigt die Werte.
Kleinwalsertal: Dort gelten die deutsche Stromsteuer (2,05 ct/kWh) und 19 % Umsatzsteuer. Die Elektrizitätsabgabe gilt dort nicht.
Umsatzsteuer: 20 % auf alles. Mit dem Schalter „Netto“ sehen Sie die Werte ohne Umsatzsteuer.
8. Vom Monat zum Jahr
Die App rechnet jeden Monat einzeln. Dann zählt sie die letzten 12 Monate zusammen.
Hat Ihre Datei weniger als 12 Monate, rechnet die App auf ein Jahr hoch. Ein unvollständiger Monat zählt nur anteilig.
Für alle Tarifjahre nutzt die App denselben Verbrauch. So sehen Sie nur den Unterschied durch den Tarif.
„Heute“ ist der Tarif, der am heutigen Tag gilt.
9. Was die App nicht berücksichtigt
Winter-Niedrigpreisfenster ab Oktober 2027 (der Wert ist noch nicht bekannt).
Rabatt für flexible Netzanschlüsse (z. B. steuerbare Wallbox oder Wärmepumpe).
Einspeisung aus einer PV-Anlage und Energiegemeinschaften.
Den Starttermin Ihres Netzbetreibers. Die Übergangszeit kann sich bis 30. Juni 2028 verschieben.
Rabatte und Boni Ihres Lieferanten.